Es geht um menschenwürdige Lebensverhältnisse im demokratischen Staat!

Politisches Gespräch mit den Parteien über Wahlpositionen des katholischen Verbandes zur Landtagswahl – Gemeinsamkeiten in Sozial- und Flüchtlingspolitik

Mainz / Kaiserslautern (17.02.2016 / ko-tb). – „Die Sicherung eines menschenwürdigen Lebens gründet auf Partizipation, Solidarität und soziale Gerechtigkeit!“, sagte Diakon Andreas W. Stellmann (Heßheim), Landesvorsitzender des Kolpingwerkes Rheinland-Pfalz, zur Eröffnung des „Politischen Gesprächs“ in Mainz mit Vertreterinnen und Vertretern der im Landtag vertretenen Parteien und dem Landesvorstand des katholischen Sozialverbandes. Stellmann betonte mit seiner These eine wesentliche Gemeinsamkeit zwischen den demokratischen Parteien und dem Kolpingwerk, das zum Dialog eingeladen hatte.

Der Einladung waren die sozial- bzw. kirchenpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen von SPD, Barbara Schleicher-Rothmund MdL (Germersheim), den Grünen, Dr. Fred Konrad MdL (Zweibrücken), und CDU, Hedi Thelen MdL (Andernach), gefolgt. Matthias Donauer, Vorsitzender des Arbeitskreises Landespolitik im Kolping-Landesverband Rheinland-Pfalz (Kindsbach), moderierte den Gedankenaustausch. Gesprächsgrundlage war das Positionspapier des Kolpingwerkes zur Landtagswahl am 13. März, das allen Kolpingsfamilien für einen Dialog mit den jeweiligen Wahlkreiskandidatinnen und –kandidaten zugestellt wurde. Anhand von sechs Themenfeldern hat darin der katholische Sozialverband dargelegt, was er aktuell und künftig von der Landespolitik erwartet:

-  Förderung von Familie, Vereinbarkeit von Familie und Beruf

- Sonn- und Feiertagsschutz

- Verbesserte Versorgung Pflegebedürftiger

- Gestaltung der demographischen Veränderungen, politische Strategien gegen drohende Altersarmut

- Menschenwürdige Flüchtlingspolitik, Entwicklung und Förderung von Integrationsmaßnahmen

-  eine die Gesamtpersönlichkeit formende Bildungspolitik, ein am Kindeswohl ausgerichtetes Ganztagsschulkonzept

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Familienpolitik, die Flüchtlingskrise und ihre Bewältigung sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die engagiert geführte Aussprache erbrachte viele Gemeinsamkeiten. Stellmann verwies dabei u.a. auf das Engagement der Kolpingsfamilien in der Flüchtlingshilfe und die Resolution des Diözesanverbandes Speyer vom Mai 2015 „Nicht nur geduldet, sondern willkommen“. Unterschiede zwischen den Parteien wurden deutlich u.a. bei der Einschätzung des Betreuungsgeldes bzw. zur Einführung eines Landesfamiliengeldes oder bei der Frage nach einem Einwanderungsgesetz. In der Pflegepolitik war man sich einig, dass verstärkte Anstrengungen erfolgen müssten, um die bestehenden oder absehbaren Probleme zu lösen. Allen Gesprächsteilnehmern war die Sorge um menschenwürdige Lebensverhältnisse in unserem Land zentrales Anliegen. Landesvorsitzender Stellmann dankte abschließend den Politikern für ihre Dialogbereitschaft. Der seit einigen Jahren bestehende Gesprächskontakt soll auch künftig weitergeführt werden. Er lud die Abgeordneten zum Podiumsgespräch und Handwerkergottesdienst am 27. Februar nach Kaiserslautern ein. Die mit der Handwerkskammer der Pfalz gemeinsam ausgerichtete Veranstaltung steht unter dem Thema „Von der Willkommenskultur zur Willkommensstruktur - Kirche und Handwerk im Engagement für die Integration von Flüchtlingen in Gesellschaft, Ausbildung und Arbeit“. Stellmann überreichte den Abgeordneten als Präsent eine Biographie von Adolph Kolping und fair gehandelten Ruanda-Kaffee.

Das Positionspapier zur Landtagswahl Rheinland-Pfalz am 13. März 2016 kann über das Kolping-Diözesansekretariat in Kaiserslautern (Tel.: 0631 65797) angefordert werden und ist über die Homepage des Kolpingwerkes Landesverband Rheinland-Pfalz als pdf im Download erhältlich: www.kolping-rlp.de.

Das Kolpingwerk zählt in Rheinland-Pfalz und Saarland über 13.000 Mitglieder in 160 örtlichen Gemeinschaften, den Kolpingsfamilien. Weltweit engagieren sich im Kolpingwerk 450.000 Mitglieder in über 60 Ländern auf allen Kontinenten. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben – Solidarisch handeln.“

Unser Bild (foto: bettinger) zeigt die Gesprächsteilnehmerinnen und –teilnehmer im Kolpinghaus Mainz (v.li.n.re.): Richard Feichtner (Trier), Stv. Landesvorsitzender Kolping RLP, (verdeckt) Matthias Donauer, Landespräses Pfr. Thomas Gerber (Urmitz), Hedi Thelen MdL, Dr. Fred Konrad MdL, Barbara Schleicher-Rothmund MdL, Andreas W. Stellmann und Dr. Gabi Nick (Frankfurt), Diözesangeschäftsführerin Kolpingwerk Diözesanverband Limburg. Nicht im Bild: Dipl.-Theol. Thomas Bettinger, Diözesansekretär Kolpingwerk Diözesanverband Speyer. 


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Unser Bild (foto: bettinger) zeigt die Gesprächsteilnehmerinnen und –teilnehmer im Kolpinghaus Mainz (v.li.n.re.): Richard Feichtner (Trier), Stv. Landesvorsitzender Kolping RLP, (verdeckt) Matthias Donauer, Landespräses Pfr. Thomas Gerber (Urmitz), Hedi Thelen MdL, Dr. Fred Konrad MdL, Barbara Schleicher-Rothmund MdL, Andreas W. Stellmann und Dr. Gabi Nick (Frankfurt), Diözesangeschäftsführerin Kolpingwerk Diözesanverband Limburg. Nicht im Bild: Dipl.-Theol. Thomas Bettinger, Diözesansekretär Kolpingwerk Diözesanverband Speyer.