"Hinter den Kulissen -

Gerade im ländlichen Raum funktioniert der soziale Nahraum noch – kennen und sorgen sich Nachbarn, achten aufeinander und besuchen sich. Noch viel mehr als anderswo ist daher auch der Wunsch vieler Menschen hier nachvollziehbar, zuhause sterben zu wollen. Bereits seit 2012 engagiert sich unsere Kolpingsfamilie Herbstein für einen Hospizdienst im Hohen Vogelsberg: Wurden zunächst „nur“ Freiwillige geworben und die Ausbildungskosten (ca. 5000 €/Kurs) übernommen, ist die Hospizgruppe Vogelsberg zwischenzeitlich eine offizielle Kooperation zwischen Kolpingsfamilie und der „Internationalen Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand“ (IGSL). Vorsitzender Wigbert Nophut: „Und fast alle ehrenamtlichen Mitarbeiter sind auch Mitglieder unserer Kolpingsfamilie geworden. Am Rest arbeiten wir noch!“

Dieser beispielhaften Arbeit wird nun bundesweite Bekanntheit erlangen: Kürzlich waren daher Georg Wahl, Redakteur beim KolpingsVerlag, und Barbara Bechtloff, Fotografin, für zwei Tage in Herbstein und Umgebung zu Gast, um die Arbeit der KF kennenzulernen und eine Reportage für das bundesweit erscheinende Kolpings-Magazin zu erstellen. Der Kontakt war im Oktober während der Regionalseiten-Tagung Mitte zustande gekommen, nachdem Verbandsreferent Herr das Projekt dort ggü. Wahl vorgestellt hatte und dieser direkt Interesse an einer „großen Geschichte“ bekundete.

 

Bei einem ersten Kennenlernen mit den Verbandsmedienvertretern im Kolping-Feriendorf berichteten Christine Baumgart, Christine Eggert und Silvia Schlitzer-Naarz dann über ihre Arbeit. Sie machten u.a. deutlich, dass auch die Entfernung zu stationären Hospizen z.B. in Fulda oder Marburg eine große Rolle für die Sterbenden spiele, und man dort nur selten einen Platz erhalte. Ein weiteres Hospiz werde aber nun in Stadtallendorf errichtet. Im Gespräch betonten sie auch, jeweils freiwillig und nicht professionell tätig zu sein – Medikamenten-Gaben wie Reinigungsdienste seien daher nicht ihre Aufgabe. Sie definierten sie dagegen als Empathie/Sympathie, man wolle den Sterbenden die Angst vor dem Unausweichlichen nehmen und eine Annahme des Schicksals ermöglichen. Weitere Stationen der Vogelsberg-Visite des Kolpingsmagazins waren u.a. der Besuch eines Arztes, welcher das Projekt begleitet, und das Gespräch mit Angehörigen, welche die Dienste schon in Anspruch genommen haben.“

Foto: (v.l.) Georg Wahl (KM), Christine Eggert, Silvia Schlitzer-Naarz, Christine Baumgart, Barbara Bechtloff (KM), Wigbert Nophut (Vors.)