Weihnachtsgruß

Liebe Kolpingsschwestern und –brüder,

zum bevorstehenden Fest der Geburt Christi grüße ich Euch herzlich und wünsche Euch und Euren Familien gesegnete, friedvolle Tage, die erfüllt sind von der Freude über die Nähe Gottes in unserem Leben. Wir spüren in deutlich, dass alte Formen neue Gestalt annehmen müssen. In der Politik sehen wir es, wenn wir auf die Staatenbündnisse schauen; in der Kirche deutet es sich an mit dem Synodalen Weg für ganz Deutschland und dem Pastoralen Weg unseres Bistums. Ein Pessimist denkt da schnell: „Jeder denkt nur noch an sich!“ Aber eine solche Sichtweise bringt niemanden weiter. Der Mensch ist und bleibt auf Gemeinschaft angelegt. Wir müssen gemeinsam auf dem Weg und im Gespräch bleiben, denn wir haben einen Auftrag für diese Welt, der an Weihnachten deutlich wird: die Menschenfreundlichkeit Gottes zu bezeugen, die in Jesus Christus aller Welt erschienen ist. Deshalb beteiligt sich Kolping an beiden Prozessen und bringt sich immer wieder ein in Kirche und Gesellschaft.

Euch allen danke ich für Eure Verbundenheit mit dem Kolpingwerk und für all Euren Einsatz im vergangenen Jahr. Mit einem selbstgeschossenen Bild der Krippe von St. Bonifatius und einem Geistlichen Impuls von Bischof Klaus Hemmerle (+1994), der zwar schon nicht mehr ganz frisch, aber doch bleibend aktuell ist, schmücke ich meinen diesjährigen Weihnachtsgruß: „Öffnet die Tore dem Erlöser“ Ich wünsche uns allen vier Schlüssel: Einen Schlüssel für die Hintertür – Der Herr kommt, wo und wann wir’s nicht vermuten. Er kommt in denen, die sich nicht an die große Tür getrauen. Einen Schlüssel für die Tür nach innen – Der Herr ist inwendiger als unser Innerstes. Von dort betritt Er das Haus unseres Lebens. Einen Schlüssel für die Verbindungstür, die zutapezierte, zugemauerte nach nebenan – im Allernächsten, welcher der Allerfremdeste ist, klopft der Herr bei uns an. Einen Schlüssel für die Haustür, für das Portal – dort hat man Jesus mit Maria und Josef abgewiesen. Wir wollen uns nicht genieren, ihn öffentlich einzulassen In unser Leben, in unsere Welt. Werden wir sein Betlehem heute sein? Dass die Antwort ein klares und zuversichtliches JA ist, wünscht sich und Euch Euer Hans-Joachim Wahl Diözesanpräses